2004 kam ich zu AOL. Seitdem haben wir uns geöffnet. Unsere Dienste wie Freemail oder Fotocenter sind nun frei und kostenlos von jedem nutzbar. Wir haben uns von unserer proprietären Strategie verabschiedet. Einem Geschäftsmodell, dass als “geschlossene System” häufig kritisiert wurde.
Ganz anders Apple: Wachsende Fangemeinde seit Jahren. Viel gelobt für das Design und die Benutzeroberfläche. Aber halt: Apple ist schon seit Jahren sehr restriktiv und geschlossen. Genau das macht Apples Erfolg und Stabilität sicher zum großen Teil aus. Das wurde Apple in Sachen Hard- und Software, so wie ich es sehe, sehr selten zur Last gelegt. Der iPod ist das inkompatibelste Gerät, dass es zum mobilen Musikabspielen gibt. Aber er funktioniert, sieht gut aus, wird geliebt.
Jetzt gibt es erstmals ein paar Kratzer: Der Start des iPhone in Deutschland bringt Gegenwind mit sich. Konkurrenten unterwandern den Closed Shop T-Mobile/Apple. Auch in meinem Umfeld nutzen Leute ihr iPhone in der gehackten Variante. Es wird schick ein Apple-Produkt zu hacken. In Cupertino würde ich das nicht auf die leichte Schulter nehmen.


“Was Apple von AOL lernen kann”
Unsere Dienste wie Freemail oder Fotocenter sind nun frei und kostenlos von jedem nutzbar. … So viele Fragen, nur eine Erkenntnis: Auf Corporate-Blogs besser zu verzichten, das hätte jedenfalls AOL von Apple lernen können. (via Macup-Blog )
Trackback von fscklog — 4. Dezember 2007 @ 17:44
Ehrlich gesagt: So richtig habe ich nicht verstanden, was Apple von AOL lernen kann. Was denn? Freie Software? Wow! Apple liefert seit Jahren freie Software mit, mit der man auch Bilder, Musik, Texte und vieles andere verwalten und bearbeiten kann. Die Versionen für professionelle Ansprüche kosten etwas. Klar. Soll Apple die verschenken? Wovon werden dann die Entwickler bezahlt?
Irgendwoher muss alles bezahlt werden. Was Firmen wie Apple, AOL oder sonstwer “verschenken” oder “kostenlos” anbieten, ist niemals kostenlos. Und die Kosten dafür werden hintenrum wieder reingeholt. Das ist ja auch absolut in Ordnung, aber AOL sollte hier nicht als Nikolaus praecox auftreten, der mit vollen Händen die Bildergalleriesoftware unters arme Volk wirft.
There is no such thing as a free lunch.
Und zu was ist der iPod - gar ins Superlativ hochgesteigert - inkompatibel? Zum “illegal die Songs wieder runterladen”? Zu Mac OS X? Zu Windows? Zu HiFi-Geräten? Zu Digitalkameras? Zur Waschmaschine?
Zum ersten und zum letzten Punkt: Ja! Und aus naheliegenden bzw. nicht vorhandenen Gründen. Zu allen anderen Punkten muss man wohl nichts weiter sagen.
Mal ab von so genannten “Macfans” gibt es ja durchaus auch professionelle Anwender von Apples Hard- und Software, die relativ weit entfernt von Ideologien und durchaus kritikfähig damit arbeiten, sehr zufrieden sind und wissen, wo die Probleme am User liegen.
Denen geht eher dieses ewige “Oh! Du hast einen Mac! Die stürzen nie ab, oder? Windows finde ich auch total doof. Bei uns in der Firma …” auf die Nerven. Die religiöse Verklärung wird direkt unterstellt. Wenn man unsereinem “Steve Jobs” in Ohr flüstert, verfallen wir nach kurzem Gebet in einen Zustand erotischer Verzückung, oder?
Es ist ganz einfach: Hart oder weich. Die Produkte von Apple haben das gewisse Etwas und sind hochwertig. Die riechen sogar gut (was das für ein Geheimdeo ist, das aus neuen Apple-Kartons strömt, möchte ich gar nicht wissen).
Wer erwartet, dass alles von Apple perfekt ist, ist naiv und stellt reichlich hohe Ansprüche. Was für eine Freude, wenn man an einem perfekten Produkt einen scheinbaren oder wirklichen Fehler entdeckt. Alles was nicht fehlerhaft ist, gerät dann komplett in den Hintergrund.
Ein provokante Headline, Herr Ahlers. Das war es aber auch schon. Nichts für ungut, aber Apple kann von AOL absolut nichts lernen.
Umgekehrt wird ein Schuh draus. Aber auch da ist das Abgucken von Details nicht einfach. Das haben schon viele versucht.
Was allen fehlt, die das nicht verstehen - auch AOL - ist der Blick und die Kraft fürs Ganze.
“Freemail” und “Fotocenter” hin oder her. Das lockt auch keinen zu AOL. Gibt es seit Jahren überall.
ALLES muss stimmen und passen, dann ist es glaubwürdig und wird angenommen. Das ist vermutlich das Geheimnis von Apple. Da kann man sich über jedes Schräubchen freuen und jedes, wirklich jedes Detail mit Wonne ansehen. Angefangen bei der Verpackung, … was sage ich, schon beim Geruch der Verpackung.
So, und jetzt werde ich mal sehen, ob ich von Apple für diese Lobesrede eine kleine Aufmerksamkeit bekomme …
Kommentar von Loretta — 4. Dezember 2007 @ 21:34
[…] In seinem Blog veröffentlicht der Geschäftsführer von AOL Deutschland ein Posting unter dem Namen Was Apple von AOL lernen kann. […]
Pingback von Wirres Zeug von AOL — 5. Dezember 2007 @ 13:01
[…] In seinem Blog “ahlers.” stellt Torsten Ahlers nun aber eine kühne These auf. Apple solle sich an AOL ein Beispiel nehmen und sein geschlossenes System öffnen. Und als Beleg führt er an: “Der iPod ist das inkompatibelste Gerät, dass es zum mobilen Musikabspielen gibt.” Inkompatibel? Schauen wir mal in Wikipedia: “Jeder iPod (mit Ausnahme des iPod shuffle) unterstützt das Abspielen von Musikdaten in den Formaten MP3, AAC, AIFF, WAV, Apple Lossless, Protected AAC sowie das Hörbuchformat Audible. Zudem sind Videodateien in den Formaten H.264 und MPEG-4 abspielbar.” Okay, WMA-Dateien müssen in iTunes zunächst in AAC-Files umgewandelt werden. Und kopiergeschützte WMA-Songs spielt der iPod tatsächlich überhaupt nicht ab. Das ist aber auch der Grund, warum Steve Jobs in einem Offenen Brief an die Musikindustrie für die Abschaffung aller DRM-Systeme plädiert hat. […]
Pingback von Was Apple von AOL lernen kann? | Mr. Gadget — 5. Dezember 2007 @ 15:21
[…] Was Apple von AOL lernen kann… ahlers, 30. November 2007 […]
Pingback von ahlers. » “Was Apple von AOL lernen kann?” — 5. Dezember 2007 @ 16:10
@loretta
Ich drücke die Daumen für eine kleine Aufmerksamkeit seitens Apple
Kommentar von ahlers — 5. Dezember 2007 @ 16:12